DDCAST - Was ist gut? Design, Kommunikation, Architektur

DDCAST - Was ist gut? Design, Kommunikation, Architektur

Was ist gut? Der Podcast vom Deutschen Designer Club

DDCAST 111 - KOLLEKTIV PLUS X "Mobiles Forum für direkte Demokratie"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Ezra Dilger (*1986) ist gelernter Tischler und Erlebnispädagoge, Vater zweier Kindern und seit 2021 MA Industriedesign. Er studierte seit 2014 an der Burg Giebichenstein in Halle (Saale) und machte neben Projekten in Südafrika und auf La Palma ein Auslandssemester am Hyperwerk an der FHNW in Basel. Momentan macht er seinen zweiten Master an der HBK Saar im Studiengang Public Art/ Public Design. 2016 gründete er mit Benno Brucksch das Keramik 3D Drucklabor "druckwerk". Seit 2017 ist er Mitglied des "Kollektiv Plus X", in dem er die meisten seiner Projekte realisiert. Seine Projekte wurden unter anderem an der DDW in Eindhoven und dem GRASSI Museum Leipzig ausgestellt und in Fachzeitschriften wie der Monopol und der Page abgedruckt. Er erhielt verschiedene Preise, darunter den GRASSI Nachwuchs Design Preis, Social Design Award und Hessischer Staatspreis Universelles Design, Social Design Award der German Design Graduates 2022.

Marvin Schwark (*1989) studierte Raumplanung an der TU Dortmund. Schon im Studium lag der Fokus auf Bottom-Up Bewegungen und Formen des DIY-Urbanismus. 2015 wechselte er seinen Wohnsitz nach Leipzig wo er Geschäftsführer des Raumplanungsbüros tri:polis wurde. In diesem werden partizipative Projekte im Bereich der Stadtentwicklung umgesetzt. 2016 ist Marvin Schwark Mitbegründer des Kollektiv Plus X e.V.

Kollektiv Plus X (gegründet 2016) Unsere Projekte bewegen sich an der Schnittstelle von Kunst, Raumplanung, Design und Sozialer Arbeit. Urbane Interventionen, die den öffentlichen Raum als Bühne begreifen und für eine lebendige Stadtkultur einstehen. Wir finden uns für jedes Projekt neu zusammen, forcieren Kooperationen und setzen auf eine größtmögliche Teilhabe in der Projektumsetzung.

DDCAST 110 - HERMANN AUGUST WEIZENEGGER "Der philharmonische Designer"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Hermann August Weizenegger ist ein bedeutender deutscher Designer. Er hat ein umfangreiches Werk geschaffen und als Design-Aktivist, Mitgründer von Institutionen wie dem Designmai Berlin oder den German Design Graduates sowie als Professor ganze Generationen von Designer:innen mit geprägt. Nach Abschluss einer Ausbildung zum Textil-Einzelhandelskaufmann studierte Weizenegger von 1987 bis 1992 Industriedesign bei Hans Roericht an der Hochschule der Künste Berlin. Anschließend war er ein Jahr freier Mitarbeiter bei der Produktentwicklung Roericht in Ulm. 1993 gründete er mit Oliver Vogt das Büro Vogt und Weizenegger in Berlin. Hier entstand unter anderem das do-it-yourself-Möbelprojekt Blaupause oder der Sinterchair, der in mehreren Sammlungen vertreten ist, wie dem Vitra Design Museum in Weil am Rhein, der Neuen Sammlung in München, dem Marta Herford und dem Palais Schönborn in Wien. 2018 wurde der Stuhl auch als Miniatur in die Sammlung des Vitra Design Museums aufgenommen. Ein bekanntes Projekt ist außerdem das von ihnen kuratierte DIM–Die imaginäre Manufaktur in Zusammenarbeit mit der Blindenanstalt Berlin. Hier entstanden neue Produkte mit zahlreichen Designern wie u. a. Konstantin Grcic, Matali Crasset, Marti Guixé und Stephen Burks. Das Designerduo arbeitete für Marken, wie Möve, Authentics, Rosenthal, Häberlein & Mauerer, Intel, WMF/Auerhahn, Sony Music, Viag Interkom, Mandarina Duck, Sigg und der Blindenanstalt von Berlin. Die Hotellobby und Bar vom Ku´Damm 101 aus dem Jahre 2001 gilt als eine der Gestaltungsikonen der Nullerjahre. Das Büro löste sich nach 16 Jahren auf.

Weizenegger ist eines der Gründungsmitglieder des Designmai (2003–2007), der Plattform für Berliner Design, an dessen inhaltlicher Ausrichtung und Organisation er fünf Jahre maßgeblich beteiligt war. Er ist zudem Mitbegründer der German Design Graduates Initiative mit Ineke Hans (UDK Berlin), Mark Braun (HBKsaar) und Katrin Krupka im Jahr 2019.

DDCAST 109 - ALEXANDRA BAUM "Forschung. Design. Startup. Familie."

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Alexandra Baum ist Designerin und Unternehmerin. Nach ihrem Modedesign- Studium mit Schwerpunkt kreislauffähige Textilien und nachhaltige Mode an der HAW Hamburg mit Abschluss als Diplom-Designerin zog es die heute dreifache Mutter als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Fachhochschule Hannover, wo sie das Forschungsprojekt EcoMTex „Von der Öko-Nische zum ökologischen Massenmarkt im Bedürfnisfeld Textilien“ an der Fakultät Design betreute. Ihren Karriereweg setzte die gebürtige Gothaerin ab 2005 in der Entwicklung technischer Textilien fort. Sie machte sich 2003 mit dem Produktentwicklungs- und Designbüro novanex selbständig. Zu Ihren Arbeiten in der textilen Produktentwicklung für Industriekunden zählten smarte Textilien, Medizintextilien und Entwicklungen für Automotive. Zum Kundenkreis zählen neben vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen auch Philips, Westfalia mobil GmbH oder die Daimler AG. Darüber hinaus war Baum als Design- und Innovations-Beraterin aktiv und hielt Gastvorlesungen an Hochschulen. 2013 entstand die Idee eines textilbasierten Fahrradschlosses, das parallel zu ihrer freiberuflichen Tätigkeit entwickelt wurde. 2016 gründete Alexandra Baum gemeinsam mit ihrer Kollegin Suse Brand die Texlock GmbH in Leipzig. Kern der patentierten Lösung des Fahrradschlosses tex—lock ist der Einsatz von funktionalen Hightech- Textilfasern, welche die tex—lock Fahrradschlösser flexibel und weich wie ein Seil machen. Mehrere verflochtene Hochtechnologiefaser-Verbundschichten übernehmen unterschiedliche Funktionen für den Schutz vor Angriffen mit Schneidwerkzeugen und Feuer sowie der Vermeidung von Lackkratzern. Schutz vor Sägeangriffen wird in der aktuellen Produktgeneration durch den Einsatz eines speziell gehärteten und flexiblen Stahlkerns erreicht. Die Nutzung der gesamten Länge und Flexibilität beim Anschließen an feste Gegenstände und Sichern von Anbauteilen wird durch das sogenannte „Loop Through Prinzip“ von tex—lock ermöglicht. 2019 kam die marktreife Entwicklung der multifunktionalen Regenschutzbekleidung „raijn“ hinzu. raijn lässt sich in Sekundenschnelle von einem Parka in einen Overall verwandeln. Die hochwertige Textilie wurde unter dem Motto „whatever the weather“ als täglicher Begleiter für wetterunabhängige Fahrradmobilität entwickelt. Externe Anerkennung fanden die Texlock-Produkte u.a. bei den German Design Award 2018 und 2021, ISPO Award 2019 sowie dem Eurobike Award in Gold im Herbst 2021. Alexandra Baum ist bis heute Mehrheitsgesellschafterin und Geschäftsführerin der Leipziger Fahrrad-Accessoire Manufaktur Texlock GmbH, die Produktion, Vertrieb und Marketing in einer ehemaligen Pianofabrik in Leipzig umsetzt und über 30 Mitarbeiter*innen beschäftigt.

DDCAST 108 - Michael Conrad "creativity – off the norm"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Michael Conrad kann man mit dem Begriff "Werbelegende" schlecht fassen. Er ist zwar ein Kreativer, der zahllose Kampagnen geschaffen hat, die über Jahrzehnte wirkten, aber er ist vor allem ein kreativer Denker und Macher. Ihm geht es um Kreation im ganz umfassenden Sinne: kreative Werbung, kreative Gestaltung, kreative Unternehmensführung, kreative Entwicklung von Talenten, kreative Entwicklung neuer Organisationen. Unser Ehrenmitglied des Deutschen Designer Club steht insofern genauso für die Vergangenheit der Kreativbranche wie für deren Zukunft.

So beschreibt sich Michael Conrad: "In Leipzig geboren, mit Mutter in den Westen geflüchtet. Damals waren sieben Millionen Flüchtlinge unterwegs. Wir haben im Raum Frankfurt gelebt, später in Berlin, Lübeck oder Düsseldorf. Sobald meine Mutter einen besseren Job fand, sind wir umgezogen. Dadurch sind wir sehr beweglich geworden. Mittelschule und Berufsausbildung zum Industriekaufmannsgehilfen abgeschlossen. Zwei Jahre Verkaufsvertreter für eine Druckerei, Akquisiteur für eine Fremdenverkehrspublikation mit journalistischer Tätigkeit, Reiseorganisator für König Ibn Saud und sein Gefolge, Texter bei Young & Rubicam, Texter und später Kreativ Director bei Ogilvy & Mather, Mitgründer der Werbeagentur TBWA Frankfurt, Lürzer,Conrad Frankfurt, Michael Conrad & Leo Burnett Frankfurt. 1986 hat Leo Burnett mir angeboten, als Präsident und internationaler Creative Director ins Headquarter zu kommen. Ich zog mit meiner Familie nach Chicago. Später wurde ich weltweiter Chief Creative Officer der ganzen Gruppe und gehörte zum engen Führungskreis. Nach der Werbekarriere Mitgründer der Berlin School of Creative Leadership."

DDCAST 107 - HANNAH HELMKE "1,5° Celsius und 100% Powerfrau"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Hannah Helmke ist Gründerin und CEO des Climate-Tech-Unternehmens right. based on science, kurz: right°. Ihr Fokus auf wirtschaftliches Handeln in unserer vom Klimawandel betroffenen Welt ist das Ergebnis der Kombination ihrer beiden akademischen Disziplinen: Psychologie und International Business. Hannah folgt ihrer festen Überzeugung, dass ein wissenschaftlich fundierter Ansatz der beste Weg ist, um das emotional aufgeladene Feld der Klimastrategie von Unternehmen zu bewältigen. Bevor sie right° gründete, arbeitete sie für den IT-Dienstleister BridgingIT und die Deutsche Post DHL Group. Dort erforschte sie die Potenziale der Digitalisierung zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen und arbeitete an der Einführung von wissenschaftsbasierten Zielen als Berichtsinstrument. Unter ihrer Leitung erhielt right° den renommierten Next Economy Award 2020 und sie selbst wurde mit dem Digital Female Leader Award 2020 in der Kategorie "Nachhaltigkeit" sowie mit dem "Female Founders Award" der AmCham Germany 2021 ausgezeichnet.

DDCAST 106 - STEFAN WEIL "create curate collaborate"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Skorpion. 1963 in Bad Homburg geboren. Meine Laufbahn als Gestalter begann mit der Covergestaltung für die eigene Band »Neue Mode«. Es folgten Fanzines und Magazine wie »Der Fürst« und »Das Herz«. All dies mündete in einem ersten Job bei Meiré und Meiré (»Design ist Orientierung«) als Grafikassistent. In der frühen Selbstständigkeit mit »LAW« (Laarman und Weil, Lust, Arbeit, Wahrheit) wurde ich erstmals mit der digitalen Transformation konfrontiert. Als Untermieter beim ersten Mac-Händler im Rhein-Main-Gebiet tauschte ich rasch den Rapidograph und das Skalpell gegen Mac Paint aus. Meine Rolle als Grafiker bei Tassilo von Grolman prägte mein holistisches Designverständnis. Es folgte die Karriere in globalen Agenturnetzwerken wie Saatchi & Saatchi, TBWA und Leo Burnett. Bei »Leo« leitete ich eine eigene Unit für »Experience Marketing«. Geprägt von der langjährigen Tätigkeit für die Marke Marlboro. Einerseits die content platform »Marlboro Network, The Pulse of America«, in der ich Kreativdirektor und Trendscout/Cool Hunter in Personalunion sein durfte sowie der Forschung an dem »Brand Recognition Code« der Marke. Eine globale Studie mit Designers Republic, Pentagram, Tomato und David Carson bildete deren Basis. Mit dem »Lab01«, einem Zukunftspavillon an der Schnittstelle aus Science und Popkulturen für DaimlerChrysler auf der Expo 2000 fand sich 1999 schließlich meine gestalterisch wirkungsvollste Heimat bei und für Atelier Markgraph. Von 2001 bis 2003 wechselte ich zu J. Walter Thomson, leitete dort Teile der Kreation als CD sowie die Tochterfirmen für Experiences »Thompson Live Communication« und den Designsatelliten »Thompson Brand Design«. Die vielschichte »MultiChannel« Einführung der Marke Becks Gold war ein Highlight. Sowie medienübergreifende Arbeiten für AEG, Rolex und den Onlinebroker der Sparkassengruppe. 2003 kehrte ich schließlich zu »AM« (Atelier Markgraph) zurück. Seit 2005 Geschäftsführer und seit 2016 nun auch Mit Inhaber und somit Gesellschafter. Vielschichtige Projekte in Corporate und Culture sind weiterhin mein Antrieb.

DDCAST 105 - LENA JÜNGST "Zukunftslabor Gastronomie"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Die Designer:innen Lena Jüngst und Tim Jäger haben mit ihrem Team das heute international tätige Unternehmen air up aufgebaut. Die beiden trafen sich 2016 bei ihrem Produktdesign-Studium an der HfG Schwäbisch Gmünd. Mittlerweile hat air up Starter-Sets im siebenstelligen Bereich verkauft und beschäftigt über 200 Mitarbeiter:innen. Lenas Team hat beim 50 Next in Bilbao einen Preis für Tech Disruption gewonnen.

Wir haben Lena aber nicht wegen ihres Preises in den DDCAST eingeladen, sondern weil sie einen euphorischen LinkedInPost abgesetzt hat, in dem sie die jungen Köch:innen, Aktivist:innen, Gastronom:innen feiert, die sie bei den 50 Next-Awards in Bilbao kennengelernt hat.

Beim 50 Next geht es um die führenden jungen Köpfe in Gastronomie, Landwirtschaft und Lebensmittel-Verarbeitung. Leute, die nachhaltige Lebensmittel, faire Restaurants, eine neue Kulinarik entwickeln. Leute sehr kritische Fragen stellen und diskutieren. Eben jene 20-30-jährigen, die Lena in Bilbao, auf dem, wie sie sagt "am meisten inspirierenden Event, an dem sie jemals teilgenommen hat", traf. Von diesen Macher:innen können wir im Design wirklich massig lernen – über Nachhaltigkeit, über Innovation und über agiles Experimentieren.

DDCAST 104 - SANDRA GROLL "Design: Zwischen Kontingenz und Notwendigkeit"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Alles könnte anders sein. Das ist der Titel eines wichtigen Buchs von Harald Welzer.
Und es gibt Dinge, die notwendig sind. Aber was hat Design mit Kontigenz und Notwendigkeit zu tun?

Dr. Sandra Groll ist Designwissenschaftlerin, Systemtheoretikerin und Designerin. Sie studierte an der hfg Karlsruhe und promovierte 2020 an der HfG Offenbach. Ihre Promotionsschrift erschien 2022 bei transscript unter dem Titel "Zwischen Kontingenz und Notwendigkeit. Zur Rolle des Design in der Gesellschaft der Gegenwart."
Von 2016 bis 2018 war sie Vertretungsprofessorin für Systemdesign an der Kunsthochschule Kassel. Seit 2010 lehrte sie an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland, unter anderem an FH Potsdam, FH Bielefeld, Freie Universität Bozen, HfK Bremen, Zhejiang Wanli University Ningbo, Design Factory International und Brand University Hamburg. Sie forscht zum Thema Design und Gesellschaft und arbeitet gegenwärtig an einem Publikationsprojekt zu relationalen Gestaltungsmethoden. Neben ihrer akademischen Tätigkeit ist sie als freie Beraterin in der Kreativwirtschaft tätig. Seit 2017 ist sie Mitglied des Herausgeberrats "BIRD - Board of International Research in Design" im Birkhäuser Verlags und Mitherausgeberin der gleichnamigen Reihe und Co-host der „NERD-New Experimental Research in Design“- Konferenzen.

DDCAST 103 - Nina Sieverding und Anton Rahlwes "FORM FRAGEN 01 - Salone Del Mobile 2022"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Die Zeitschrift form und der DDCAST arbeiten zusammen.

Ab sofort gibt es im DDCAST „form fragen“-Extraausgaben. Nina Sieverding und Anton Rahlwes, die Chefredakteur:innen der form, im Gespräch mit Georg-Christof Bertsch. Es geht um den Blick auf aktuelle Designereignisse. In diesem Fall ein Rückblick auf den Salone del Mobile in Mailand

Die form ist eines der traditionsreichsten Designmedien der Welt. Das „Zentralorgan der deutschen Designszene“ kommt aus dem Print. Wir alle sind mit ihr aufgewachsen. Sie erscheint seit 65 Jahren! Der DDCAST ist eines der jüngsten Designmedien der Welt. Unser kleiner Podcast ist ein digital native.

Was haben wir gemeinsam? Nun, wir mögen uns. Und wir haben eine ähnliche Vorstellung von Qualität und der Relevanz sehr sorgfältiger Arbeit. Nina Sieverding, form: „Für uns ergibt die Zusammenarbeit mit einem rein digitalen Medium, das mit einem viel schnelleren Rhythmus arbeitet, Sinn. Der DDCAST erscheint pünktlich zum Wochenstart. Wir dagegen nehmen uns viel Zeit und erscheinen alle drei Monate. Das mag in der Ära von Social Media kontraintuitiv wirken. Aber wir glauben an die sinnlichen Qualitäten von besonderen Papieren, Farben, Haptiken und auch Inhalten.“
Anton Rahlwes, form: „Unser Leitmedium in der form-Medienfamilie ist Print. Print gehört – mittlerweile – zu den langsamsten Medien. Wir drehen jedes Wort dreimal um, bevor wir es drucken. Kritischer Designjournalismus steht bei uns an erster Stelle – und der Erfolg der letzten Zeit gibt uns Recht. Dafür sind wir dankbar. Unser Prinzip einer offenen und diskursiven Kommunikation bekräftigen wir mit der DDCAST-Kooperation.“
Rainer Gehrisch, DDCAST: „Ich freue mich sehr, dass die Zusammenarbeit zustande gekommen ist. Wir haben vor zwei Jahren mit dem Cast angefangen und wussten wirklich nicht, wo das hingeht. Dass der DDCAST eine derartige Reputation und Reichweite aufbauen würde, war nicht absehbar. Nach dem Rat für Formgebung und den German Design Graduates arbeiten wir nun auch mit der Designzeitschrift form fest zusammen. Das ist wirklich schön.“ Georg-Christof Bertsch, DDCAST: „Unser Redaktionskonzept folgt drei Richtlinien: 1. Vielfalt, Vielfalt, Vielfalt. 2. Radikal gendern, Diversität feiern, Alters-Diskrimierung entgegenarbeiten. 3. Neues ausprobieren. Experimentieren. Deshalb bringen wir neben Design-Superstars auch unbekannte Gestalter:innen, die keinen Stein auf dem anderen lassen. Wir bringen Wissenschaftler:innen und Ökonom:innen. Das alles sind massive Einflussfaktoren auf die Zukunft des Designs. Der Stt der Zusammenarbeit mit der form ist für mich ein bewegender Moment.“

DDCAST 102 - Alexis Dornier "Tektonische Innovation auf Bali"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Alexis Dornier wurde 1981 in Deutschland geboren, wo er unter dem ständigen Einfluss der Luftfahrtindustrie aufwuchs. Er entstammt einer Industriellen- und Ingenieurs-Familie. Alexis studierte Architektur an der Universität der Künste in Berlin und zog anschließend nach New York City, wo er zwischen 2004 und 2007 als Architekturdesigner für Asymptote Architecture, OMA-NY und Rex arbeitete.

Das Jahr 2013 markierte eine radikale Veränderung in seinem Leben und seiner Karriere, als er beschloss, sein westliches Leben hinter sich zu lassen und nach Ubud auf Bali umzuziehen, wo er begann, als Berater für lokal entworfene und gebaute Architekturprojekte zu arbeiten. Was als architektonische Beratung begann, entwickelte sich schnell zu ganzheitlichen, unabhängigen eigenen Projektentwürfen mit einer schnell wachsenden Anzahl von Arbeiten in der balinesischen Landschaft. Dornier ist jetzt in Ubud ansässig und arbeitet sowohl lokal als auch international an einer Mischung aus Wohn- und Gewerbeprojekten.

Die Philosophie hinter der Architektur von Alexis Dornier besteht darin, für jede architektonische Gestaltungsaufgabe Gestaltungsmethoden zu kombinieren und neu zu formulieren. Eine architektonische Aufgabe ist ein eigener Fall, eine eigene Sache, ein eigenes Problem und eine eigene Angelegenheit. Eine Reihe von Regeln bilden eine logische und umfassende Entwurfserzählung, die zu Effizienz und einem starken Ausdruck unserer gebauten Umwelt führt.

Seine architektonischen Projekte versuchen, eine Designästhetik zu formulieren, die zwischen Elementen des tropischen Modernismus und der Industriearchitektur vermittelt, mit einem zugrunde liegenden Streben nach formaler und tektonischer Innovation. Diese Entwurfsästhetik wird durch einen iterativen Entwurfsprozess und eine sorgfältige Auswahl lokal verfügbarer natürlicher Materialien realisiert, die räumlich so komponiert sind, dass sie auf den Standort und die natürliche Umgebung, in der sie stehen, reagieren.

Tektonik ist im Wesentlichen die Tätigkeit, die das Bauen zu einer Form der Kunst erhebt. In dieser Hinsicht werden die Projekte von Alexis Dornier durch strukturelle und formale Erkundungen angetrieben, durch den Wunsch des Studios, die Grenzen seiner eigenen tropisch-tektonischen Sprache zu erweitern. Dies geht Hand in Hand mit dem Bestreben, die Erfahrung der Landschaft durch architektonisches Design zu verstärken.

Die Projekte des Studios werden in den tropischen, bewaldeten Hügeln von Ubud, dem kulturellen Epizentrum Balis, entworfen. Architektur in den Tropen und insbesondere an einem Ort wie Bali zu praktizieren, inspiriert uns täglich und erinnert uns daran, langsamer zu werden und die Bedeutung von Gleichgewicht und Wohlbefinden zu schätzen.

Mit einem Team von talentierten, engagierten Architekten und Designern ist das Studio bestrebt, neue Typologien, Formen und Strukturen zu erforschen und dabei von dem reichen Erbe und dem in der lokalen Tradition verankerten Know-how zu lernen.

Über diesen Podcast

‘What we design designs us back’ sagte einmal Jason Silva ein bekannter Techno Futurist aus den USA.
Design – das ist die Botschaft – nimmt großen Einfluss auf unser Dasein und Zusammenleben. Der Ruf nach grundlegenden Veränderungen unserer planetaren Realität indes wird immer lauter. So weitermachen wie bisher geht nicht und wird uns unweigerlich in die nächste Krise stürzen. Also ist gerade jetzt unsere Kreativität gefragter denn je. Was geht? Was kommt und was können wir BESSER machen. Wie können wir Design neu denken?
Dazu präsentiert der DDCast des Deutschen Designer Club jede Woche eine starke Stimme. Sie kommt aus allen Sparten des Design, aus angrenzenden Disziplinen, aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

von und mit Deutscher Designer Club

Abonnieren

Follow us